Verschwörer sind immer die anderen

Über den Sinn mythischer Sprechweisen und den Unsinn, sie faktisch widerlegen zu wollen

Alle reden über Verschwörungsmythen, aber natürlich sind es immer die anderen, die sie verbreiten. Doch was ist eigentlich ein Mythos? Schon in den 1950er Jahren befasste sich mit dieser Frage der französische Literaturwissenschaftler Roland Barthes und kam zu dem banal anmutenden Ergebnis, dass der Mythos eine Aussage sei. Eine Aussage allerdings, die sich stets in der Schwebe befindet, die sich weder am sprachlichen (oder bildlichen) Zeichen festmachen lässt, noch im Inhalt aufgeht oder in dem, worauf sie deutet.

Was haben uns Barthes Texte für die heutige Mythenbildung noch zu sagen? Und warum betreffen seine Thesen nicht etwa nur die “Ungebildete” oder “Verschwörungserzähler”, sondern auch die professionellen Vermittler von Wirklichkeit und Wissenschaft?

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Die letzte Anstalt oder: Antirassismus made in Germany.

Plädoyer wider die Ignoranz und für das freie Denken.

In den USA wurde wieder einmal ein Schwarzer auf grausame Weise ermordet und in Deutschland schwappen die Empörungswellen über. Gründlich, wie wir Deutschen sind, muss sofort geklärt werden, welche Mitschuld uns dieses Mal trifft. Wie ist es um den Rassismus in Deutschland bestellt? Die Kabarettsendung „Die Anstalt“ vom 14.07.2020 versprach Aufklärung beziehungsweise bemühte sich, auch die Aufklärer vom Sockel zu stoßen. Was, mit Verlaub, keine wirkliche neue Debatte anstößt, sondern seit Jahren diskutiert wird.

Nachdem also Kant (Rassist) und  Marx (Rassist und Antisemit) auf die übliche Weise „enttarnt“ worden waren, wollte man die Nummer wohl noch irgendwie toppen.

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Liveschalte zum Attentat

Über die bigotte Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien

Als in der Türkei geputscht wurde, gab es in den öffentlich-rechtlichen Sendern zunächst kaum eine Reaktion. Während überall auf der Welt live berichtet wurde, konnte man hier gemütlich Musik hören oder den üblichen Serienquatsch anschauen, der einem Abend für Abend von unseren Sendern mit öffentlichem Auftrag so dargeboten wird.

Daran gab es viel Kritik und vielleicht wollte die ARD es gestern (22.07.2016) besser machen. Während des Attentats in München wurde stundenlang live gesendet. Zutage kam dabei kein Hintergrundwissen, wie auch, zu diesem frühen Zeitpunkt. Zutage kam dagegen, wie bigott diese Medien berichten, die Besonnenheit predigen und gleichzeitig Verdachtsmomente in die Welt setzen oder das Unheil herbeireden. Schön skandiert von Aussagen wie: Nichts Genaues weiß man nicht.

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„Das falsche Signal“ – Gedankensplitter zu einer überflüssigen Phrase

Nachrichtensendung, Talkshow, Dokumentation: Wo immer öffentlich und publikumswirksam debattiert wird, da ertönt es: das falsche Signal. Nicht als Störsignal in der Übertragung der Sendung, sondern im Sendungsbewusstsein. Die Steuerpläne der Bundesregierung, Rabattschlachten im Marketing, Gerichtsurteile, Betreuungsgeld, Studiengebühren oder diplomatische Zurückhaltung: alles falsche Signale. Ganz besonders beliebt im Moment (2014): die Rentenreform. Das falscheste aller Signale.

Beispiele seht ihr hier:

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