Buchempfehlung: Læseren der forsvandt

von David L. Ulin. Originaltitel: The Lost Art of Reading – Why Books Matter in a Distracted Time.

Hvordan kan vi holde en pause, når vi skal vide alt med det samme? Hvordan kan vi ruminere, når der konstant er en forventning om, at vi skal svare?”

Wie können wir innehalten, wenn wir alles sofort wissen müssen? Wie können wir nachdenken, wenn ständig von uns erwartet wird, dass wir reagieren?

„Der Leser, der verschwand“

Stell dir vor, du gehst zum ersten Mal in eine dir noch unbekannte Bibliothek. Neugierig durchstreifst du die Räumlichkeiten, ziehst hier etwas heraus, stellst dort etwas zurück, freust dich, alte „Bekannte“ zu treffen, und suchst nach dem einen Buch, das dir jetzt gefallen könnte.

Und dann hältst du es plötzlich in Händen, ohne dass ein Algorithmus es dir vorgeschlagen hat, einfach, weil du deiner Intuition gefolgt bist. Noch interessiert es dich nur, der Titel klingt nach etwas, was dich begeistern könnte. Zu Hause nimmst du es zur Hand, vertiefst dich darin und findest dich in einem großen Erstaunen wieder.

Denn aus all den Tausenden von Büchern hast du ausgerechnet jenes ausgesucht, das dich mitten ins Herz trifft und einen verdorrten Zweig neu aufblühen lässt: die Liebe zum Lesen als inniger Akt der Versenkung.

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Autorenalltag

Autorenalltag

„Autorenalltag“ ist ein beliebter Hashtag auf Instagram, den ich selbst für meinen Account dort auch verwende. Allerdings unterscheidet sich ein Autoren- oder Autorinnenalltag wohl gar nicht so sehr von dem anderer Menschen. Mit einer Ausnahme vielleicht, denn wir neigen dazu, in unserer Fantasie immer noch ein paar fiktionale Fakten hinzuzuspinnen. Ob eine Story deshalb weniger wahr ist als die Realität? Manchmal vielleicht. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass jeder von uns über eine eigene Perspektive oder besser gesagt, über einen Standpunkt und Standort verfügt, der von der Wahrheit nicht loszueisen ist.

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Die vier Jahreszeiten: Gedicht

Bevor mein Mann und ich nach Jütland ausgewandert sind, haben wir über andere Länder nachgedacht, südliche Länder mit verlockender Wärme. Aber das, was mir dort am meisten fehlen würde, sind die vier Jahreszeiten, die sich hier im Norden so intensiv erleben lassen.

Mein erster Versuch, ein Gedicht auf Dänisch zu schreiben, ist daher genau diesem Phänomen gewidmet. Und da mein Dänisch sich auf dem Niveau einer Neuntklässlerin befindet, ist es denkbar einfach gehalten. Andererseits mag ich gerade das Einfache, Klare, Ungekünstelte. Deshalb habe ich die Zeilen leicht angepasst wieder zurück ins Deutsche übertragen. Das Gedicht heißt auf Deutsch „Es soll so“:

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La Espeja mit Wow-Effekt? Du entscheidest!

Als Autorin gehöre ich normalerweise zu meinen größten Kritikern. Jeder Fehler schmerzt, jede Zeile muss sich bewähren, wenn man das eigene Buch nach ein paar Jahren wieder zur Hand nimmt. Gleichzeitig ist das Wieder-Lesen oft mit einem Erstaunen verbunden, denn tatsächlich gibt es viele Passagen, an die ich mich gar nicht erinnere. Das eigene Buch ist einem fremd geworden und erst jetzt merkt man wirklich, ob es sich gelohnt hat, es zu schreiben.

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Ein kleiner Gruß zum neuen Jahr – 2026

Doch Sparre war nicht der Typ, der flirtend zurücklächelte oder einer Dame heimlich Avancen machte. Sparre brachte die eng geschnürte und mit Schokoladenkugeln überfütterte Damenwelt an den Rand einer Ohnmacht, weil seine sanften Rehaugen sich nicht an Objekten verfingen, sondern beständig in die Tiefe unserer Existenz zu blicken schienen, wo sie geheimnisvolle Symbole, Metaphern und viele Sonnenaufgänge im Birkenhain vorfanden, was ihn als ebenso feinsinnigen wie melancholischen Mann von Geist auszeichnete.

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Was schreibst du gerade?

Wenn es nicht so absurd, fast schon zynisch klänge, würde ich sagen: Es war weder Mord noch Selbstmord, es war Fahrlässigkeit. Jene Fahrlässigkeit, aus der heraus wir annehmen, die Welt in unserem Kopf wäre real und es gäbe überhaupt keine andere aufrichtige Art zu denken und zu fühlen als die eigene. Jene Fahrlässigkeit, aus der heraus wir es versäumen, jeden Tag und jede Sekunde neu zu prüfen, ob wir wirklich lieben oder uns nur daran ergötzen, das Bild, das wir angestrengt von uns selbst erzeugen, in einem uns duldenden DU gespiegelt zu sehen.“

Zuerst dachte ich ja, es wäre nur eine Marotte, ein kurzes Verliebtsein in eine Idee. Aber so langsam merke ich: Da wartet etwas auf mich. Ein Thema, ein Stoff, der neu erzählt werden will. Auch wenn es anmaßend erscheinen mag, denn das Liebespaar, mit dem ich mich aktuell befasse, gehört zu den bekanntesten Liebespaaren Skandinaviens und so haben sich schon eine ganze Reihe besserer und bekannterer Autoren daran versucht.

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Georg Brandes: Der Wahrheitshass.

Über Deutschland und Europa 1880 – 1925. Rezension

Aber wenn die Menschen schweigen, werden die Steine reden.“[i]

Vor Kurzem habe ich euch den dänischen Gelehrten und Schriftsteller Georg Brandes als Literaturkritiker vorgestellt. Heute möchte ich euch die Sammlung „Der Wahrheitshass“ empfehlen, für die verschiedene Aufsätze, Notizen und Essays von Brandes aus den Jahren 1880 bis 1925 von Hanns Grössel ausgewählt und kommentiert wurden.

Die im Berenberg-Verlag erschienene Sammlung „Der Wahrheitshass“ umfasst 21 Texte, die auf drei Kapitel verteilt sind. Die Texte behandeln kulturelle und politische Ereignisse in Deutschland und Europa und skizzieren aufgrund des gewählten Zeitraums u.a. den Weg Europas in den ersten Weltkrieg.

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Buchempfehlung: Die romantische Schule in Deutschland.

Von Georg Brandes

In „Wie der Tod ins Leben kam“ schildere ich an Beispielen aus der deutschsprachigen Literaturgeschichte, wie sich die Vorstellungen vom Todeszeitpunkt und damit die Idee, wo das Sterben beginnt und wo es endet, im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben. Auch der deutschen Romantik ist darin ein Kapitel gewidmet und während ich dafür recherchierte, bemerkte ich, dass in mir starke Abneigung gegen das „romantische Gemüt“ aufkam, dessen Vertreter“ mir mehr und mehr wie Unheil verkündende Priester erschienen, die das Leben unter ihrer romantisierten Todessehnsucht leugneten und erstickten.

Wie groß war dann meine Überraschung, als ich dieser Tage das mehr als 150 Jahre alte Werk des dänischen Literaturkritikers Georg Brandes las, der meine Wahrnehmung und Einschätzung der deutschen Romantik in vielfacher Hinsicht bestätigt.

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Buchempfehlung: Der unartigste Junge der Welt

Verdens uartigste dreng – ein dänisches Kinderbuch von Kim Fupz Aakeson (Autor) und Rasmus Brenhøi (Illustration)

Wer ist eigentlich artiger – ein Junge, der lügt, oder ein Junge, der die Wahrheit sagt? Und was wäre, wenn man in der Schule nicht die Wahrheit, sondern das Lügen lernen würde?

In dem dänischen Kinderbuch „verdens uartigste dreng“ stellt Kim Fupz Aakeson die vermeintlich einfachsten Annahmen über die Welt und über den Versuch, sich moralisch richtig zu verhalten, auf den Kopf. Denn Svend Bendt, die Hauptperson des Buches, hat ein Problem: Er kann nicht lügen. Und weil er nicht lügen kann, gilt er als unartig. Obwohl es doch eigentlich heißt, dass man immer die Wahrheit sagen soll. Oder?

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Tit er jeg glad

Carl August Nielsen zum 160. Geburtstag

Heute ist der Geburtstag eines dänischen Komponisten, der als einer der bedeutendsten Komponisten des Landes gilt, und dessen Lieder ihm einen Platz im Herzen vieler Menschen in und außerhalb Dänemarks verschafft haben.

In diesem Beitrag möchte ich euch Carl Nielsen und eines seiner Lieder vorstellen, in dem ich jenes von Freude und von Sehnsucht geprägte Lebensgefühl wiederzuerkennen meine, das mein neues Leben als Auswanderin in Nordjütland gerade so mit sich bringt.

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