„Doch Sparre war nicht der Typ, der flirtend zurücklächelte oder einer Dame heimlich Avancen machte. Sparre brachte die eng geschnürte und mit Schokoladenkugeln überfütterte Damenwelt an den Rand einer Ohnmacht, weil seine sanften Rehaugen sich nicht an Objekten verfingen, sondern beständig in die Tiefe unserer Existenz zu blicken schienen, wo sie geheimnisvolle Symbole, Metaphern und viele Sonnenaufgänge im Birkenhain vorfanden, was ihn als ebenso feinsinnigen wie melancholischen Mann von Geist auszeichnete.„
Ein frohes neues Jahr euch allen da draußen! 2025 war für mich das Jahr, in dem ich am häufigsten „ich lerne gerade“ oder „ich mache gerade zum ersten Mal …“ gesagt und geschrieben habe. Und es war das Jahr, in dem ich einen Garten angelegt, dem Mann beim Sanieren geholfen und den Abschluss der Mittelstufe im Dänisch-Sprachkurs auf B2-Niveau geschafft. Neben ein paar anderen Dingen. Es war also ein sehr anstrengedes, geschäftiges Jahr – aber im positiven Sinne. Nur das Schreiben kam natürlich viel zu kurz. Und ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr ich es genieße, jetzt wieder vollständige Texte lesen zu können, Bücher, in denen jedes Wort am richtigen Platz steht, statt Lückentexte, in die ich etwas einsetzen muss. 🙂

Mit dem Schreiben soll es jetzt auch wieder weitergehen. Doch bevor ein neuer Roman entsteht, muss erst einmal die Idee geprüft werden, denn davon habe ich meist mehr als ich in diesem Leben noch umsetzen kann. Und so beginne ich das neue Jahr nun damit, meinen Stoff zu prüfen: Hält er, was er auf den ersten Blick verspricht? Passt die Erzählperspektive? Gibt sie mir die Freiheit, die Dinge so zu erzählen, wie ich sie schildern möchte? Wie kann ich die Ereignisse raffen und wo nehme ich mir genüsslich Zeit?
Das Zitat oben ist ein erstes Ergebnis aus den Vorarbeiten. Es beschreibt auf leicht ironische Weise einen meiner Protagonisten, den Dragonerleutnant Sixten Sparre aus der Perspektive meines Ich-Erzählers Jesper, einem Journalisten von Helsingør Posten. Doch noch ist es nicht entschieden, ob ich den Stoff um Elvira Madigan und Sixten Sparre wirklich aufgreifen kann und will – und ob ich Lust habe, tiefer in ihre Geschichte und ihre Zeit einzutauchen. Andererseits bin ich mir manchmal unsicher, ob man sich die Themen, über die man schreibt, wirklich so frei aussucht, wie man es gern wahrhaben möchte. Wer weiß schon, was uns wirklich lenkt?
Aber keine Sorge, noch stehe ich mit beiden Beinen fest auf jütländischem Boden. Aktuell muss ich sogar aufpassen, nicht festzufrieren, denn die ländliche Gegend hier im Vendsyssel hat sich in eine wunderschöne Winterwunderwelt verwandelt.
Es bleibt also alles in Bewegung. Und ich hoffe, bald mehr berichten zu können. Bis dahin wünsche ich euch allen, dass ihr von den wirklich fürchterlichen Entwicklungen in zu vielen Regionen auf dieser Welt nicht erfasst seid oder werdet. Dass es euch gut geht und ihr den Winter genießen könnt, weil ihr so frei seid, an einen warmen, friedlichen Ort zurückzukehren, wann immer euch danach ist.
Einen Roman, in dem solche Sätze stehen, wie der oben von Dir aufgeführte („Doch Sparre war nicht der Typ, der flirtend zurücklächelte …“) würde ich sehr gern lesen. Feine Ironie, man fühlt sich in die Zeit der Salons und steifen Empfänge versetzt, mit ihrer verstohlenen Erotik und der hintergründigen Konversation … Der Satz ist so feinsinng, wie man sich wünscht, dass Sparre es wirklich wäre, und das Knistern zwischen die Leute bringt – er und die Autorin.
Gerne noch mehr Häppchen aus diesem Projekt.
„Der Satz ist so feinsinng, wie man sich wünscht, dass Sparre es wirklich wäre,…“ Notiert. Muss ich einbauen.;) Und sowieso: Danke für die motivierenden Worte!